Vom Urlaub in den Alltag zu den Good News Everyone CLXXXII

Published by Marco on

Ich war im Urlaub. Also schon wieder irgendwie, aber dieses mal richtig, so eine Woche am Chiemsee mit Wasser angucken, auf dem Wasser auf das Wasser gucken, Berge angucken, ein bisschen in ihnen herumkraxeln, auf den Inseln in dem Chiemsee herumkraxeln und von ihnen aus, ihr werdet es erraten, Wasser angucken (und was da eben so auf den Chiemseeinseln herumsteht). Es war wunderschön und großartig und ich bin gerade noch so tiefenentspannt und gleichzeitig voller Energie, dass ich Bäume pflanzen, sie fleißig bewässern, mit ihnen reden und sie dann ausreißen könnte, was allerdings völliger Unsinn wäre. Wer reißt schon Bäume aus, außer diese Leute, die irgendwas beweisen müssen. Ich habe endlich mal wieder viel gelesen, gut gegessen und in Vorbereitung der Menschen am Chiemsee auf die anstehende Legalisierung von Cannabis… also jedenfalls gibt es da einen wunderschönen Spot, bei dem man einfach hinter Gebüsch auf einer Bank sitzt und durch eine kleine Schneise durch eben jenes Gebüsch auf die Herreninsel und auf das Schloss schauen kann. Die Gegend ist einfach wunderschön, wobei ich da einfach ständig Probleme mit der Höhe und eben der dünnen Luft habe, was sich auf viele unterschiedliche Arten bemerkbar macht. Angefangen bei der Verdauung über Kopfschmerzen bis zur Kurzatmigkeit. Ich bin einfach ein Flachlandbewohner, aber Bier hilft ganz gut, was die Lebensweise der Menschen da unten ganz gut erklärt.

Den einen Tag waren wir oben auf der Kampenwand, deren höchster Punkt bei 1669m (nice) liegt. Während ich mir schon an einem kleinen Felsen das Knie aufschürfte und ich das als Zeichen nahm, dass es mir reicht und ich lieber wieder umdrehe, zumal das Terrain auch einfach felsig war und man den Rest klettern musste, ist meine Freundin natürlich ganz hoch, weil sie vermutlich eine alte Bergziege ist und ganz oben die unangerührten Salzvorräte der Region vermutete. Es war für mich trotzdem sehr herausfordernd, weil man einfach bedenken muss, wie untrainiert ich bin und ich einfach nicht einer von diesen Touris sein wollte, die dann irgendwo tot im Tal herumliegen, weil sie sich wieder überschätzt haben, auch wenn ich im Gegensatz zu den meisten immerhin die passenden Schuhe dabei und auch an hatte. Dafür bin ich dann auf einem recht gut mit Schotter befestigten, locker 3m breitem Weg, auf dem Fahrradfahrer und Spaziergänger sich freundlich mit einem Servus (oder in unserem Fall Moin) grüßen so blöd am Rand abgerutscht (unter dem Weg war so ein Abfluss, bei dem Regenwasser unter dem Weg durch geführt wird, wobei der Rand natürlich entsprechend bewachsen ist und man diese Kuhle dann nicht sieht – ihr versteht schon, einfach nicht richtig geguckt), dass ich mir den Knöchel angeratscht, den Arm geprellt und aufgeschürft und vor allem das Knie sauber abgeschält habe. Meinen Arm habe ich glücklicherweise nach ein paar Sekunden wieder gespürt, in denen ich mir jedoch bereits eine neue Karriere überlegt hatte (Pirat), während das Knie heute noch ein bisschen vor sich hin eitert. Den Knochen geht’s aber glücklicherweise ganz gut und ich finde das alles tatsächlich auch eher lustig.

Wenigstens weiß ich nun, warum (semi-) professionelle Sportler alle ganzkörperrasiert sind: Haare und Pflaster. Diese Leute sind einfach immer auf das schlimmste vorbereitet.

Genau dieser Tag war aber auch auf vielen Ebenen total aufregend: Ich stürzte und entdeckte meine Sterblichkeit, mein kleiner Brudi bekam eine Zusage für Wohnung und Job und Berlin und meine kleine Schwesti bekam ihr zweites Kind. Es war einfach so aufregend, dass ich gar nicht mehr weiß, ob das wirklich alles an einem Tag passierte, oder ob ich mir das gerade nur so innerlich zurecht rücke, damit der Tag einfach DER Tag ist. Ich akzeptiere das einfach für mich als Wahrheit und ignoriere wie ein moderner Politiker einfach andere Fakten.

Und jetzt bin ich wieder im Alltag und der sieht natürlich auch eine mehr oder weniger regelmäßige Veröffentlichung guter Nachrichten vor – zum Beispiel…

Im Ibera-Nationalpark im Nordosten Argentiniens sind erstmals seit 70 Jahren wieder Jaguare in freier Wildbahn geboren worden. Eine Großkatze, die im vergangenen Jahr dort ausgewildert worden war, brachte zwei Jungtiere zur Wel. Das teilte die Tierschutzorganisation Rewilding Argentina mit.

Jaguare erstmals seit 70 Jahren in Argentinien in freier Wildbahn geboren (rp-online.de)

Gute Nachrichten aus Südasien: Die Zahl der Raubkatzen wächst vor allem hier wieder. In anderen Regionen sieht es dagegen weiter schlecht für Tiger aus.

Artenschutz: Tiger im Aufwind (spektrum.de)

Mithilfe von Gentechnik können bedrohte Tierarten nachgezüchtet werden, manche wollen gar das Mammut zurückbringen. Was ist erlaubt, was wissenschaftlich und ethisch vertretbar?

Arche im Reagenzglas (enorm-magazin.de)

In den USA ist ein HIV-Patient geheilt worden – nach einer Knochenmark-Transplantation. Auf diese Weise konnten bisher vier Menschen das Virus besiegen. Nach Angaben von Aids-Forschern ist ein vierter Patient mit HIV von dem Virus geheilt worden.

Vierter HIV-Patient vollständig geheilt (zdf.de)

Die Seehundstation Friedrichskoog hat am Montag die ersten Heuler der Saison an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste ausgewildert.

Seehundstation Friedrichskoog wildert erste Heuler der Saison aus (ndr.de)

Die UN-Vollversammlung hat das Recht auf eine saubere Umwelt als eigenständiges Menschenrecht anerkannt. Vertreter bezeichnen die Resolution als „historisch“. Aber ob sich dadurch tatsächlich etwas ändert, ist unklar.

UN-Vollversammlung Recht auf saubere Umwelt ist Menschenrecht (tagesschau.de)

Noch landen jede Woche mehrere Millionen Werbeprospekte in deutschen Briefkästen. Rewe kündigte nun den Verzicht der Prospekte an. Pro Jahr spart das 73.000 Tonnen Papier.

Für Umwelt und Klima: Firmen verzichten auf Werbeprospekte (zdf.de)

Zweiseitige, senkrecht aufgestellte und in Ost-West-Richtung ausgerichtete Solarmodule könnten die Sonnenstrom-Produktion so ergänzen, dass weniger Stromspeicher gebraucht werden. Das zeigt eine Studie der HTWK Leipzig.

Leipziger Studie: Senkrechte Solarpanele machen Stromspeicher teilweise überflüssig (mdr.de)
Categories: Good News

4 Comments

Vex · 2. August 2022 at 19:44

Vorhin noch in den Radionachrichten über Menschen, die ständig an der selben Stelle in den schweizer Alpen in den Tod stürzen, gehört und nun lese ich auch noch bei dir über deinen unsäglichen Sturz 🥴

TURBOMARCOW (@Fadenaffe) · 2. August 2022 at 16:55

Vom Urlaub in den Alltag zu den Good News Everyone CLXXXII https://t.co/ArHv6iLNqG

Tom Braider (@Tom_Braider) · 2. August 2022 at 18:39

RT @Fadenaffe: Vom Urlaub in den Alltag zu den Good News Everyone CLXXXII https://t.co/ArHv6iLNqG

27 „Kleinigkeiten“ gegen Langeweile am 07.08.2022 - Meine Link-Tipps der Woche! · 7. August 2022 at 8:55

[…] Nachricht: Marco hat auch diese Woche wieder gute Nachrichten für uns […]

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