Ganz ehrlich: Ich schmeiße auch viel weg. Allerdings ist mein Wegschmeißen ein anderes Wegschmeißen, als das Wegschmeißen, das ihr vermutlich kennt. Grund ist der, dass ich in Berlin wohne und wir da das Prinzip der Verschenkekiste etabliert haben. Alles, was noch irgendwie gut ist, kommt in eine Kiste und die Leute können sich da frei bedienen. Manchmal muss man echt schnell sein und dieses „Ich lass das mal stehen und nehme es auf dem Rückweg mit“ funktioniert nicht, weil es dann meistens schon weg ist. So habe ich viel entrümpelt und unter die Leute gebracht, gleichermaßen aber auch viel gefunden. Seien es hin und wieder alte Radios, an denen ich herumbastle, der Stuhl in meiner Küche, das Beistelltischchen neben dem Sofa, ein paar Bilder in hübschen Rahmen, manchmal alte DVDs und sogar mal eine riesige Topfpflanze, die seitdem bei mir richtig gut gedeiht. Man muss ja wirklich nicht alles neu kaufen, wenn es einfach auf der Straße herumsteht und noch richtig gut ist oder nur ein bisschen Pflege benötigt.

Aber andere Gesellschaften sind da anders und da ist Müll einfach Müll. Während ich hier, also weniger in Deutschland als speziell in Berlin das Gefühl habe, dass gebrauchte Dinge eine ganz andere Wertschätzung erfahren, glaube ich, dass das woanders ganz anders gesehen wird. Neu ist immer besser, sich was leisten können heißt auch, viel Geld für etwas auszugeben und warum sollte man abgelegte Ware anderer Leute haben wollen? Wegwerfgesellschaften machen sich halt einfach selbst kaputt und was beispielsweise alles in New York weggeworfen wird, zeigt uns diese kurze Doku von Nicolas Heller über Nelson Molina. Er führt uns darin durch sein Museum, das mit allerlei wunderbaren Schätzen angefüllt ist, die er in seiner Zeit als Müllmann in NYC aus dem Dreck gezogen hat. Und ich würde davon echt einiges auf einem Flomarkt kaufen, ich bin da ganz ehrlich. (via)