Ich verfolge gerade so ein bisschen die Berichterstattung zu Zack Snyder’s Justice League und ich weiß gerade gar nicht so recht, was ich dazu sagen soll. Also ich weiß es schon, aber ich wollte mit der Formulierung gern meine Verwirrung ausdrücken.

Wir sind uns ja alle relativ einig, dass die Originalfassung des Films super lahm war. Es war halt einfach alles bedeutungslos und trivial und wirkte einfach, wie der Versuch das zu machen, was Marvel da über mehrere Jahre angestrengt hat, nur dass es eben in einem kürzeren Zeitraum stattfinden sollte und eben, ich kann es nicht ausreichend betonen, super lahm war. Schuld daran soll natürlich sein, dass während der Produktion einiges am Drehbuch gefixt werden musste und zwischendurch aus noch Joss Whedon (der ja auch gerade seine Shitshow durchlebt) die Regie übernahm, weswegen das alles nicht wie aus einem Guss wirkte, aber tatsächlich ist das ja alles gar nicht das Problem gewesen. In meinen Augen war das Problem einfach, dass das Drehbuchgrundsätzlich schlecht war (Steppenwold who? Was soll das mit den Boxen? Wo ist der Flash-Film, alles war uninteressant, nichts bedeutete irgendetwas, MARTHA!) und es eben wirklich nur wie eine Kopie wirkte, die mit fahler Story eben genug Cash für eine Fortsetzung in die Kinokassen spülte. Das war meine Wahrnehmung während des Films und auch danach, weil ich nirgendwo auch nur etwas Herz an der Produktion sah.

Nun warten alle auf den Cut von Zack Snyder, der natürlich alles besser machen soll, so wie es sich der Meister ausgedacht hat und wie es wirklich und ehrlich sein soll. Aber auch dafür mussten erstmal neue Szenen gedreht werden, der unsagbar nervige Jared Leto muss und darf nochmal den Joker spielen (er darf, wir müssen es ertragen), Darkseid bekommt mehr Screentime und alles in allem soll der fucking Film über 4 Stunden lang sein, als wäre es ein Meisterwerk wie „Dune“ oder „The Irishman“, nur eben von Zack Snyder. Er positioniert sich da spürbar unangenehm als das unverstandene Genie, das ungerechterweise beschnitten wurde und nicht so wirken konnte, wie er wollte und gefühlt ist jeder aufegregt und freut sich auf den Film. Und ich will mich eigentlich auch freuen, heißt es bei mir doch immer „Marvel wegen der Stories, DC wegen der Figuren“, aber Leute… Zack Snyder!

Man darf in dem ganzen Gespräch und in der ganzen Hoffnung, die in diesem Film liegt, einfach nicht vergessen, dass Zack Snyder einfach erstmal grundsätzlich keine besonders guten Filme macht. Wenn man nämlich mal die Filmographie bei Wikipedia durchscrollt, sieht man schon ein paar Reißer, die in ihrer Zeit zwar irgendwie sowas wie einen Impact hatten, am Ende des Tages aber auch einfach ziemlich dünn sind. „Dawn of the Dead“ springt einem da ins Gesicht und der war schon ziemlich gut. Aber sowas wie „300“ und dessen Sequel, das beim ersten Anschauen aufregend und episch war, ist auf den zweiten Blick mit dieser Hypermaskulinität und dem ganzen Schwarz-Weiß-Denken (das ist an dieser Stelle eine sehr bewusst gewählte mehrdeutige Formulierung, wenn ihr versteht) doch auch durchaus sehr, sehr eklig. „Watchmen“ ist auch ein gutes Beispiel, obwohl es sehr nah an der Comicvorlage ist und über „Sucker Punch“ will ich in diesem Leben einfach gar nicht mehr so richtig nachdenken. Glücklicherweise waren seine Superman-Filme einfach nur blöd und langweilig, wobei ich allerdings nie vergessen werde, dass er in einem Interview mal sagte, es sei kein richtiger Versus-Film, weswegen es nur ein V-Film ist und das sagt ziemlich viel über ihn als Person, aber auch über ihn als Filmemacher und über ihn als jemand, der Filmen Titel gibt…?

The director can’t say exactly how the relationship between the two superheroes evolves, „but suffice it to say there is a ‚v‘ in between their names“ in the movie title, Snyder says. He explains that having the „v“ instead of „vs.“ is a way „to keep it from being a straight ‚versus‘ movie, even in the most subtle way.“

USA Today

Man kann natürlich immer sagen, dass er schöne Szenen malt, die einfach echt gut aussehen können, weswegen er da als Produzent sicherlich immer ganz gut aufgehoben ist, aber das wäre dann auch wirklich genug.

Ich wollte jetzt auch eigentlich gar keinen Zack-Snyder-Rant schreiben und jetzt ist es doch irgendwie passiert. Vermutlich bin ich einfach sehr müde, was den Hype um Filme angeht, weil man leider doch erstaunlich oft enttäuscht wird – gerade was Comicverfilmungen angeht. Da geht es mir bei den derzeitigen und auch anstehenden Marvel-Verfilmungen nicht anders. Ich hätte auch schreiben können, dass bald der Zack Snyder Cut veröffentlich wird und er vermutlich scheiße ist, ich hätte auch einfach gar nichts dazu sagen können, aber… hört auf Shit zu hypen. Vielleicht ist das die Aussage, auf die ich mich gerade mit mir einigen kann. Hype führt vermutlich erstaunlich oft zu Enttäuschungen und niemand kann ihm gerecht werden und wenn, dann zu einem sehr hohen Preis (ich sag mal „Cyberpunk 2077“).

Der Film erscheint übrigens am 18.03.2021 auf HBO Max, aber ich kann euch leider nicht sagen, wie und ob das dann in Deutschland verfügbar sein wird. Aber ihr habt da ja Mittel und Wege.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

WEG MIT
§219a!