Originaltitel: Arkham Asylum: Madness
Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 17.05.2011
Künstler: Sam Kieth
Art: Softcover
Seiten: 116
Sprache: deutsch
Preis: 14,95€
U-Bahnlesetauglichkeit: Besser nicht, die sperren euch sonst weg.
Rating: HaHaHaHaHaHaHAHAHAHAHhAhAhAhAhAhA

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“Schon wieder ein Batman-Comic?” werden vielleicht einige von euch fragen. “Du magst Batman doch gar nicht,” werden manche davon hinzufügen. “Zumindest magst du den Bruce-Wayne-Batman nicht. Den Dick-Grayson-Batman samt Damien findest du ja ganz cool,” werden einige wenige, die hier außerordentlich gut aufpassen, beschwichtigend ergänzen. Und sie hätten Recht. Alle. Manche mehr – manche weniger. Aber da hier lediglich Batman drauf steht, aber kein Batman mitspielt, sind diese Behauptungen eigentlich auch eher unnötig, spielt dieser Comic doch nur in Arkham Asylum und begleitet die junge Pflegerin Sabine bei ihrer Doppelschicht, in der sie natürlich einige der bekanntesten Schurken Gothams begegnet. Ach, und bevor jemand fragt: Das heirh at nichts mit dem großartigen Spiel zu tun.

Wem denn? Ich will Namen!

Wenn ich hier von den bekanntesten Schurken rede, dann darf natürlich der Joker nicht fehlen, der hier seinem Wahnsinn wirklich beispielhaft freien Lauf lässt. Hinzu kommt noch Killer Croc, natürlich mit einer tragenden Rolle (ihr würdet kichern, hättet ihr den Comic gelesen), und in Nebenrollen Two Face und natürlich Harley Quinn. Tatsächlich geht es aber weniger um die Schurken, sondern viel mehr um Sabine, die dort als Pflegerin arbeitet und seit der ersten Minute ihrer Schicht einfach nur nach Hause will. Nicht zuletzt, weil sich die mysteriösen Vorfälle dort häufen.

Vorfälle? Mysteröse?

Eigentlich dreht sich alles um diese Uhr, die im Aufenthaltsraum hängt und so ziemlich jeden in den Wahnsinn treibt. Eigentlich geht sie nur ein paar Minuten falsch, was sich so einfach auch nicht beheben lässt. Viel unruhestiftender ist später das falsche Ticken der Uhr, die eigentlich nur anzeigen soll, wie lange der wohlverdiente Feierabend noch auf sich warten lässt. Später tropft Blut aus ihr heraus.

Blut? Das hat echt etwas Edgar-Allan-Poe-iges.

Tatsächlich würde es genau so aussehen, wenn Edgar Allan Poe Comicautor wäre. Die Geschichte ist ein Sinnbild des Wahnsinns, den nicht nur der Joker verbreitet (dieser treibt natürlich sein schaurig geniales Spiel in der Anstalt), sondern der viel mehr von der Einrichtung selbst ausgeht. Man könnte fast meinen, dass das Gebäude selbst Wahnsinnige züchtet, wobei das vielleicht jeder Leser selbst für sich interpretieren müsste. Fakt ist, dass dort niemand so richtig sauber tickt. Die Insassen natürlich schonmal gar nicht, die Leute, die dort freiwillig arbeiten, auf längere sicht auch nicht und natürlich ebenso wenig diese verdammte Uhr.

Wie sehen eigentlich die Zeichnungen in diesem Handbuch des Wahnsinns aus?

Genau so! Was anfangs noch aussieht, wie liebevolle Kinderzeichnungen, die man sich gerne voller Stolz an den Kühlschrank hängen würde, wird ziemlich schnell ziemlich düster und schaurig. Gerade die Szenen mit dem Joker sind so verworren, dass ich das Kind, das diese gezeichnet hat, ganz schnell zu einem Psychologen bekannt machen würde. Tatsächlich würde ich auch nachts nicht mehr schlafen können, wüsste ich, dass so ein Kind nur einige Meter weiter schläft. Oder eben Messer wetzt.
Dazu muss man aber auch sagen, dass die Bilder sehr hochwertig und auf eine Art auch sehr schön sind und den Comic in gewisser Weise nicht nur unterstützen, sondern viel mehr tragen. Dabei sind sie teilweise aber auch extrem clever, wie zum Beispiel das eine Panel, in dem der Joker von ein paar Wachmännern verprügelt wird, nur als sehr einfache Kinderzeichnung dargestellt wird. Toll!
Allerdings muss ich auch dazu sagen, dass die Bilder, so herrlich verstörend sie auch sind, sicher nich jedem zusagen. Von daher unbedingt mal darin blättern oder hier noch auf die Leseprobe warten.

Du klingst begeistert, sollte man es lesen?

Ich BIN sogar begeistert. Was Sam Keith hier sowohl als Zeichner, als auch als Autor, abliefert ist einfach ganz große Kunst. Dabei bedient er sich an den bekannten Figuren und beschreibt sie durch die Augen einer Person, die in anderen Comics bestenfalls als Statist auftauchen würde, zumal hier deutlich wird, dass eben auch Statisten ein Leben und ihre eigenen Probleme haben. Gerade durch diese eigenen Probleme, oder viel mehr Hoffnungen und Sehnsüchte, wird die Geschichte nochmal eine Ecke düsterer und bedrückender und es wird klar, wie makaber die Scherze des Jokers eigentlich sein können.

Oder um es kurz zu machen: Kauft das! (so kurz habe ich es glaub ich noch nie gemacht, oder?)

Disclaimer: Danke an Panini, die wohl etwas Wahnsinn in meine alte Hütte bringen wollten.