Originaltitel: Super Action Man #1
Herausgeber: 215 Ink
Veröffentlicht: Juni 2011
Künstler: Jonathan London, Ace Continuado, Fernando Pinto, Peebo Mondia, Rolf Lejdegard
Art: Heftchen
Seiten: So ein paar
Sprache: englisch
Preis: $ 2,99
U-Bahnlesetauglichkeit: Bitte lest das nie in der Öffentlichkeit (außer vielleicht in Bayern)
Rating:  Lesenswert? Bestimmt nicht. Aber es machte auf trashige Weise sehr viel Spaß.

Bestellen könnt ihr das zb. beim amerikanischen Amazon. (kein Partnerlink. Leider.)

“Hier, das musst du dir unbedingt anschauen” sprach einer der Verkäufer meines Lieblingscomiclades und drückte mir dieses Heft in die Hand. Ich hatte schon darüber gelesen, fand das aber so extrem trashig, dass ich mir unsicher war, ob ich es mir wirklich antun möchte. Ganz abgesehen davon, dass ich auch nicht davon ausging, es jemals in meinen Händen zu halten. Das tat ich dann aber doch. Und weil ich immer sehr viel auf die Empfehlungen meines Dealers gebe, musste ich das ja quasi einfach mitnehmen. Ich hatte keine andere Wahl.

Und was du sahst war Trash?

Richtig schlimmer, schmerzender, wunderbarer, bitterböser Trash.

Wäre dieser Comic ein Film, wäre er in den 80ern gedreht worden und in der Hauptrolle wäre das bei einem satanischen Ritual gezeugte Kind von Steven Seagal und Chuck Norris, wobei Jean-Claude Van Damme und Dolph Lundgren die einen und Arnold Schwarzenegger und Sylvester Stallone die anderen Großeltern wären, wenn ihr versteht, worauf ich hinaus will. Schaut euch allein mal dieses Cover an! Ein Kinnhaken für Bin Laden, Kim Jong-Il im Schwitzkasten und Castro und Gaddafi auf der Flucht. Geht es noch krasser? Natürlich! Deswegen trägt er neben der Sonnenbrille auch nur einen Schlüppi mit der Flagge der USofA auf dem Piephahn. Das macht er übrigens auch den gesamten Comic hindurch, in dem er übrigens eben jenen Bin Laden zur Strecke bringt. Dabei sollte sich ihm besser nichts in den Weg stellen, da die Terroristen auch schonmal mit den Körperteilen ihrer gefallenen Kollegen verprügelt (wenn es ein Bein ist) oder erstochen (wenn es eine Wirbelsäule ist) werden. Da hat so ein sowjetischer Kampfroboter schonmal gar keine Chance. Oder so ein Cyborg-Bär. Oder so.

Wenn ihr jetzt denkt, dass das alles wahrscheinlich höchst geschmacklos und widerwärtig und menschenverachtend ist, dann habt ihr absolut recht. Wenn man dafür nicht den richtigen (schwarzen) Humor hat, denn hier wird ja der extreme Patriotismus mancher USofAianer auf ärgste ins Lächerliche gezogen, dann möchte man dieses Heft wahrscheinlich verbrennen. Tatsächlich las ich es grinsend, aber auch kopfschüttelnd, weil es mir dann doch stellenweise auch ein bisschen zu viel war. Aber wirklich nur ein bisschen.

Ach ja, die zweite Hälfte des Comics handelt von einem Superhelden, der von einem Asteroiden getroffen wurde, der daraufhin in ihn eindrang und dem Helden nun Superkräfte gibt. Allerdings nur, wenn jemand über ihn lacht. Ist ganz nett. Nach dem Trashoverflow von “Super Action Man” geht das aber völlig unter.

Kaufen oder nicht kaufen?

Ähm. Lest mal hier diese Leseprobe auf der Seite des Publishers. Blöderweise sind die Bilder zu klein, um die Texte zu lesen, aber ihr bekommt eine Ahnung davon. Aber ey, 3
Dollar. Das geht schonmal, oder?

Hier übrigens noch ein Werbevideo das S.A.M, wie er auch genannt wird. Vielleicht abschrecküberzeugt euch das ja. Irgendwie sowas.