Comicreview: X-Men: Erste Entscheidung Band 2

Published by Marco on

Originaltitel: X-Men: First Class
Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 19.07.2011
Künstler: Jeff Parker, Roger Cruz
Art: Softcover, beinhaltet X-Men – First Class Special und X-Men – First Class (v. 2) 1-7
Seiten: 204
Sprache: deutsch
Preis: 19,95€
U-Bahnlesetauglichkeit: X-Men gehen in der U-Bahn immer.
Rating: Vier von fünf Mini-Hulks jubeln, der andere liest noch.

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Vielleicht erinnert ihr euch ja noch an die Rezension zum ersten Band dieser Serie, den ich, mit Einschränkungen, ziemlich abgefeiert habe und in gewissem Maße auch vielen empfehlen würde. Jetzt ist bereits vor einigen Tagen der zweite Band der Serie erschienen und es ist ja natürlich ganz klar, dass ich da nicht an mich halten kann und ihn mir direkt holen musste. Ob ich es bereuen sollte oder doch nicht, könnt ihr in nun folgender Review nachlesen.

Tatsächlich macht der Band hier genauso weiter, wie es der Vorgänger begann. Die Geschichten stehen wieder für sich allein und haben höchstens einen minimalen Bezug zueinander. Viel eher noch zu Geschichten, die man bisher noch gar nicht kennt, wenn zum Beispiel angesprochen wird, dass die Invisible Woman der Fantastic Four ja schon einmal mit den X-Men zusammenarbeitete. Das weiß der Leser zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht, ist allerdings für die Geschichte auch gar nicht weiter von Bedeutung.
Einerseits ist das natürlich schön, einfach unbekümmert einen Comic lesen zu können, der gar kein Hintergrundwissen verlangt, auf der anderen Seite ist es aber auch wirklich schade, dass darunter ein bisschen die Komplexität des gesamten Universums, wenn ich es mal so ausdrücken darf, leidet. Die Charaktere nämlich, gerade auch die Beziehung von Beast und Iceman, die wunderbar in einer wirklich tollen Geschichte thematisiert wird, verdienen eine viel tiefergehende Charakterisierung. Oder auch Jean Greys Problem, dass sie das einzige Mädchen im Team ist und es ihr daher an Gleichgesinnten mangelt, wird in einer anderen tollen Geschichte aufgegriffen, ist in der nächsten dann aber auch schon wieder vergessen.

Was sind das denn da so für Geschichten?

Zwei der Stories habe ich ja schon angesprochen. Eine andere ist beispielsweise, dass ein geheimes Militärexperiment entkommen ist und dringend gefasst werden muss. Ziemlich schnell stellt sich heraus, dass es sich hierbei um den Hulk handelt, wobei die X-Men gegen Ende dazu gezwungen werden, sich zwischen Moral und Auftrag zu entscheiden.
Eine andere herausragende Geschichte ist tatsächlich auch ein Zweiteiler, in dem die X-Men auf eine geheime Monsterinsel gelockt werden. Hier merkt man auch richtig, dass die Künstler sich mal ein wenig im Kreaturendesign austoben wollten.
Die beste Geschichte ist wohl aber die, in der die X-Men anfangs noch ihre Fähigkeiten verlieren, diese später aber verstärkt zurückerhalten. Das awr wirklich grandios und hatte auch eine echt schöne Moral.
Zwischen den ganzen Geschichten gibt es aber immer wieder kleine Ministories, die, wüsste man es nicht besser, wohl fast eher Kinder als Zielgruppe haben, dabei aber meist wirklich clever und ziemlich niedlich sind.

Und die Bilder?

Der Stil des erstes Teils wurde natürlich komplett beibehalten, was heisst, dass das alles immernoch sehr, sehr bunt udn überzeichnet ist. Mehr kann ich dazu wirklich nicht sagen. Man muss es mögen oder sich erstmal daran gewöhnen, aber ich finde, dass das wirklich sehr gut zu der Erzählweise der Geschichten passt und auch zu dem besseren gehört, was man von Marvel so gewohnt ist. Außerdem wirkt dieses extrem bunte auch ein bisschen verspielt, was zu den Figuren, die ja an der Stelle selbst noch sehr jung sind, passt.

Fazit?

Ich mag diese Serie. Ich mag sie wirklich sehr, sehr gerne und finde ihre Einfachheit stellenweise auch echt erfrischend. Aber wie gesagt finde ich es schade, dass so viel Potential verschwendet wird, weil die Figuren nicht richtig entwickelt werden und die Geschichten eben auch oft so abrupt enden. Trotzdem macht es mir immernoch unglaublich viel Spaß und ich empfehle euch an dieser Stelle mindestens einmal die Leseprobe zu konsumieren, bei der ihr ausnahmsweise auch mal die komplette erste Geschichte (mit den Fantastic Four!) lesen könnt.

Disclaimer: Selber gekauft. Ätsch.

4 Comments

Amujan · 11. August 2011 at 16:36

Dit sind eigentlich 16 Issues, oder? Also X-Men First Class II (2007)

Jean · 11. August 2011 at 17:13

Gute Rezi. Ich such ja immer noch einem guten Einstieg in die X-Men Comics und hab auch schon „First Class“ mal beäugt – jetzt werd ich den Comic ganz bestimmt auf die Wunschliste setzten. Danke 🙂

Cyrus · 11. August 2011 at 17:46

Schöne Rezension!

Wenn man sich erst das Cover und dann die Lebesprobe bzw deine Screens hier anguckt, ist das ja doch schon ein ganz schöner Kontrast im Zeichenstil. Das Cover wirkt ziemlich ernst und düster, ja fast bedrohlich, die Screens aus dem Comic dagegen eher wie aus einem Cartoon vom RTL II Nachmittagsprogramm, was jetzt nicht heißen soll dass das schlecht ist. Mir gefällt der bunte Stil auch sehr gut. Ich finds aber irgendwie interessant.

Übrigens hab ich die Tage, soll heißen irgendwann letzten Monat, auch mal den Zombiecomic gelesen den ich hier gewonnen habe. Das hat mir echt gut gefallen, allein schon der Anfang 😀 Auch der Zeichenstil ist klasse, besonders die ganzen Details in den Panels. Schade, dass es dann so plötzlich endet, da würde man gerne wissen wie es weiter geht.

Marco · 12. August 2011 at 0:24

@Amujan: Hab grad geschaut. Der Band beinhaltet 14 Geschichten, wovon einige aber nur sehr kurze sind und vermutlich mit den einzelnen Ausgaben erscheinen. So sollten es wohl zehn sein, vermute ich mal.

@Jean: Ja mach das mal, aber wie gesagt: erwarte keine zu tiefe Story. Und als Einstieg ist das vielleicht insofern geeignet, als dass man die Charaktere und die Welt kennenlernt, wobei diese aber auch nichts mit den regulären Universen zu tun hat. Wenn du verstehst, was ich mein. *g*

@Cyrus: Stimmt, jetzt, wo du es sagst, fällt mir der extreme Unterschied zwischen Cover und Comic auch erstmal richtig auf. Vielleicht ist das sogar ein bisschen ungeschickt, weil man anhand des Covers vielleicht doch echt etwas ganz anderes erwartet.

Aebr freut mich, dass dir der Zombies-Comic gefällt. Das Ende find ich an der Stelle aber gerade gut, weil da dann doch viel beim Leser bleibt. Der zweite Teil aber soll ja kommen. 😀

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