Auf zur nächsten Runde meiner illustren Comicbesprechungen, bei denen ich feststelle, dass diese Kurzrezensionen für mich wirklich erstaunlich gut funktionieren. Ich vermute sogar, dass das für mich das richtige Format ist, wie ich einzelne Hefte am besten besprechen kann. Was mein Lieblingscomicdealer, Grober Unfug, davon hält, weiss ich nicht so genau, aber ich führe das einfach mal so fort.

Voodoo #1

Voodoo ist nicht nur der Name eines Stripclubs, sondern auch der Künstlername der dort beliebtesten Tänzerin. Der name ist quasi wie ein Wanderpokal und zur Zeit trägt diesen Namen die mysteriöse Priscilla. Diese dunkelhäutige Schönheit hat die Aufmerksamkeit zweier Detectives erregt, wovon die weibliche eher weniger Lust hat, Frauen beim Tanzen zu zuschauen, während der männliche Partner um einen Private-Dance bittet, um ihr die entscheidenden Fragen zu stellen – ist sie ein Alien?
Die Antwort verrät eigentlich schon das Cover und die Geschichte ist wirklich reichlich seicht und erinnert mich persönlich sehr an die “Species”-Filme. Dort ging es ja auch jedes Mal um einen Alien im Körper einer wunderschönen Frau, die gerne und viele Männer tötete. Hier ist es wirklich ganz genauso.
Trotzdem fand ich den Comic doch recht okay, was nicht ausschliesslich an den vielen Strip-Szenen liegt, aber vielleicht doch gerade an der Seichtheit, die der Story ein ziemlichen Groschen-Feeling gibt. Wenn der Trashfaktor hier noch weiter stark ausgebaut würde und die Geschichte um die vermeindliche Alieninvasion gut wird, könnte die ganze Serie gar nicht mal so übel werden. Ich werde mir hier mal noch das zweite Heft holen und dann mal schauen, wo das ganze hinführt.

All-Star Western #1

Ich könnte es kurz machen und euch sagen, dass ihr das in jedem Fall lesen müsst, aber ihr wollt ja immer noch ein paar weitere Infos haben.
Jonah Hex ist ein rauhbeiniger, wortkarger Ex-Südstaaten-Soldat, der nun ein Kopfgeldjäger ist, und zufällig im 1880er Gotham landete, wo gerade ein irrer Killer ganz nach Jack-the-Ripper-Manier Prostituierte umbringt. Auf diesen Fall angesetzt wird eigentlich Amadeus Arkham, der sich gerne mit der Psychologie solcher Täter auseinandersetzt, aber angeheuert wird eben auch Jonah Hex, der seine fehlenden Social Skills auch gerne mal mit seinen Fäusten kompensiert.
Und der Comic ist einfach großartig. Jonah Hex ist düster, schlagfertig (mit den Fäusten) und nicht der Held, den 1880er Gotham verdient, aber der Held, den 1880er Gotham gerade braucht.
Dazu geben der angenehme Sepia-Look der Grafiken und die Zelebrierung von Gewalt dem Comic das Feeling, als sei Gotham genau das Moloch, in dem eben nur ein Jonah Hex für Ordnung sorgen kann.
Wie gesagt, ich wüsste wirklich keinen Grund, warum ihr euch dieses Heft nicht holen solltet.