Originaltitel: Deadpool #8
Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 20.03.2012
Künstler: C. Hastings, B. Dazo
Art: Softcover (enthält Fear Itself – Deadpool 1-3, Deadpool: Dead Head Redemption TP)
Seiten: 76
Sprache: deutsch
Preis: 5,95€
U-Bahnlesetauglichkeit: Ein menschliches Walross mit einem magischen Hammer – es gab schon Absurderes.
Rating:  Ich habe nicht gesehen, wo der Hammer hängt.

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini , leider ohne Leseprobe.

Der Söldner mit der großen Klappe ist ja bekanntlich einer meiner Lieblinge bei Marvel, läuft aber ständig Gefahr äußerst trivial und nicht besonderes zu sein. Die aktuelle Serie fing großartig an, setzte sich toll fort, wurde schnell recht fade und baute sich langsam wieder auf. Wie sieht es nun aber aus, wenn unser schizophrener Lieblingssöldner an einem großen Event teil nimmt? Versteht man überhaupt, wovon das alles handelt? Ist es wichtig für den Charakter? Was soll das alles und, was wohl die wichtigste Frage ist, macht es überhaupt Spaß? Diese und viele weitere Fragen werden in der nun folgenden Comicreview beantwortet werden.

Um welches Event geht es eigentlich und was hat Wade Wilson damit zu tun?

Die Rede ist natürlich von Fear Itself, dem letztjährigen Event von Marvel, das die Verkaufszahlen ankurbeln sollte und momentan von Panini nach Deutschland  gebracht wird. In diesem Event erhalten einige Figuren des Marveluniversums Hämmer, die ihnen ungeahnte Kräfte verleihen und Angst und Schrecken verbreiten. Das zumindest habe ich mal irgendwie aufgeschnappt, weil mich das Event nicht ganz so sehr interessierte. Ein großer Teil von Deadpool #8 ist nun ein sogenanntes Tie-In, was bedeutet, dass sich die Story darauf bezieht, ohne essentiell für das Event zu sein. Wasm an also wissen muss ist: Hämmer verleihen Macht. Deadpool will daran verdienen.

Daher nimmt er sich einen der doofsten Superschurken, den er finden konnte, namentlich Walrus, um ihm einen gefakten Superhammer unterzujubeln, damit er damit eine Kleinstadt terrorisiert und Deadpool sie als großer Held retten kann. So weit, so logisch. Nun ist der Hammer, den er zwei Klempnern abnahm, aber doch kein gewöhnlicher, sondern einer, der bei Vollmond den Heilfaktor unterdrückt, weil die beiden Klempner in Wirklichkeit Werwolfjäger sind und diese mittels des Hammers bekämpfen. Klar, dass zufällig Vollmond ist, als Deadpool den Tag retten möchte.

In einer weiteren Story wird er auf den Weihnachtsmann angesetzt. Das ist nett und witzig, aber kaum der Rede wert.

Zurück zu Fear Itself. Ist das alles gut und sinnig so?

Jein. Witzig ist, wie Deadpool sich als Geist verkleidet und Walrus erklärt, was er eigentlich zu tun hat. Ganz toll ist auch ein Deadpool-Fangirl in diesem angegriffenen kleinen Dorf und tatsächlich hört es da auch schon ein bisschen auf. Man muss Fear Itself nicht kennen, um die Geschichte hier zu verstehen, denn alles wird relativ knapp, aber sinnvoll, erklärt. Was mich nur stört und von dem ich nie gedacht hätte, dass es mir so stark auffällt, ist der Wechsel des Autors. Normalerweise schreibt Daniel Way ja den aktuellen Deadpool und schafft es (eigentlich), die Geschichte und den Charakter auf einem relativ hohen Niveau mit immer frischen Ideen zu halten. Hier habe ich aber mehr das Gefühl, dass man auch noch auf Teufel komm raus einen beliebten Charakter für ein Event melken musste. Die Fans kaufen es doch eh. So ist das leider.
Prinzipiell ist es schon Deadpool und prinzipiell ist es auch ganz nett, aber im Detail ist es doch ein bisschen befremdlich und ganz anders. Anders, als man es mag und auf eine gewisse Weise wohl erzogen (was Sinn macht, wenn man etwas mehr Zeit mit dieser Serie verbracht hat).

Das äußert sich nicht nur bei der Geschichte, die irgendwie flach ist, sondern auch im Optischen. Da allerdings nur in Nuancen. Beispielsweise zeigt Deadpool in einer Szene sein Gesicht, als er im Internet nach dem passenden Schurken recherchiert, trägt er doch normalerweise die Maske sogar beim Essen seiner Tacos. Wie gesagt, es ist nicht richtiggreifbar und eine total subjektive Beobachtung, die euch nicht davon abhalten soll, euch eure eigene Meinung zu bilden.

Fazit: Für eingesessene Deadpoolfans ist das nicht wirklich etwas, für Sammler von Fear Itself natürlich ein muss und für Anfänger der Serie schon mal gar nichts.