Originaltitel: Deadpool #9
Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 22.05.2012
Künstler: Daniel Way, Carlo Barberi
Art: Softcover (enthält die Ausgaben #33-35 mit der Storyline “Space Oddity”)
Seiten: 76
Sprache: deutsch
Preis: 5,95 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Deadpool geht immer. Zwar werden Arme und Beine abgehackt, aber man ist ja mittlerweile Schlimmeres gewohnt.
Rating: Endlich wieder 5/5 abgehackten Gliedmaßen. Oder vier. Je nach dem, von welchem Planeten man stammt und/oder was bei euch als Gliedmaße gilt.

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Wie bereits in der vorletzten Ausgabe angekündigt (man musste ja unbedingt dieses nicht so richtig gute “Fear Itself”-Special einfügen) verschlägt es unseren Lieblingssöldner dieses mal endlich ins Weltall. Noch immer will er ein Held werden, reich und berühmt sein und von Geld und Mädchen umringt sein und sich am liebsten einen Thron aus Tacos bauen. Ob dieser Plan im Weltraum besser gelingt, was er dort für Abenteuer erlebt und warum wir die Hochzeitsglocken läuten hören, erfahrt ihr in folgender Review.

Ist irgendwas im Weltraum nicht immer nur der letzte Versuch ein sterbendes Franchise neu zu beleben?

Ja, das stimmt. Viele B-Movies haben die Eigenart ihre Protagonisten ins Weltall zu schicken, wenn ihnen auf der klassischen Erde nichts mehr einfällt. Weil Deadpool aber selbst sehr B ist und mit diesem Status sehr oft verspielt umgeht, ist das an dieser Stelle weniger der letzte Versuch, dem Helden nochmal etwas Würze zu geben, als viel mehr eine nette Hommage und einfach eine witzige Geschichte, die genau so sehr gut ins Deadverse passt.
Zuletzt (wenn wir “Fear Itself” einfach ignorieren) hatte sich Deadpool ja das Raumschiff von  Macho Gomez, einem außerirdischen Kopfgeldjäger, geklaut, nachdem er ihn ziemlich eindrucksvoll beiseite räumte (ich berichtete). Und erst jetzt fällt mir auf, wie clever die Figur Macho Gomez eigentlich ist, werden illegale Einwanderer doch in den USofA auch illegal aliens genannt, während sie meistens Mexikaner sind und Macho Gomez ja auch ein Alien mit eindeutig mexikanischem Touch war. Egal.
Jedenfalls geht Deadpool im Weltraum der Sprit aus und er wird von Macho Gomez’ Bande gefunden, die eigentlich ein Abschleppunternehmen sind, die auch gerne groß rauskämen. Klar, dass DP da gerne helfen würde. Blödeweise verheiratet er sich allerdings mit der Ex-Frau Machos (Was ihn gar nicht stört), woraufhin aber ein anderer Angestellter des Unternehmens eifersüchtig ist und DP gerne verschwinden lassen würde. Was passte da also besser, als ein Selbstmordauftrag, der einen wahnsinnigen Mond und die Zerstörung ganzer Planeten beinhaltet?

Na nix?

Genau, nix! Der Mond nämlich hat ein Bewusstsein und ist irre geworden, weil er im Universum nach Party sucht. Seine Lieblingsbeschäftigung ist mittlerweile aber das schlichte Zerstören von Planeten, um ihre Energie aufzusaugen. Ganz wie Galactus, nur eben in wahnsinnig und als Mond. Deadpool soll diesen nun zerstören/töten und wenn er dabei selbst umkommt, wäre auch alles gut. Es ist natürlich klar, dass Deadpool der Held des Tages und mehrer Völker wird und die Geschichte bis dahin eine ziemlich wahnsinnige, voller absurdem Humor ist, man viel kichert, oft den Kopf schüttelt und das ganze einfach toll ist (auf jeden Fall besser, als das “Fear Itself”-Tie-In). Aber tatsächlich war es genau ein Spruch, der diese Ausgabe großartig macht.

Welcher Spruch! Verrate ihn uns!

Wie gesgat, Deadpool schafft das unmögliche und sitzt mit heilenden Gliedmaßen im Bett, während sich ein Alien bei ihm bedankt. Trotzdem ist er unglücklich und sagt:

“Weisst du, wie David Hasselhoff all die Platten in Weiss-Gott-Wo verkauft hat, aber in den Staaten hat ihn als Künstler keiner für voll genommen? So fühle ich mich…”

Das ist wirklich eine der wenigen Stellen, in denen DP tatsächlich betrübt und irgendwie tiefsinnig ist, ohne allerdings seinen Stil zu verlieren. Das gefällt mir. Vielleicht war es nur eine Cleverness von Daniel Way, dass Deadpool direkt darauffolgend wieder zur Erde abdüst, trotzdem ist es toll. Puh. So viel Tiefe von einem Wahnsinnigen.

Fazit: Die Ausgabe war wieder total gut, hat Spaß gemacht und Way versteht es unserem Lieblingssöldner die richtige Portion Irrsinn mit zu geben, während er vor mindestens genauso absurden Aufgaben steht. Deadpool macht Spaß. Eher wieder, als immer noch, aber auch endlich wieder. Wenn ihr versteht. Außerdem sind die Cover immer sehr cool.