Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 12.03.2013
Künstler: Brian Wood, Becky Cloonan, James Harren
Art: A4 Softcover(enthält “Conan the Barbarian” #1-6)
Seiten: 144
Sprache: deutsch
Preis: 16,95 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Leute blickten mich fasziniert und erschrocken zu gleich an.
Rating: Bei Crom!… kam das gut an.

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Wenn sich jemand wie Brian Wood, den ich zu den außerordentlich guten Autoren zähle, an einen Stoff wagt, der nun schon ein so umfangreiches Universum besitzt, wie es bei Conan der Fall ist, bin ich mindestens interessiert. In diesem speziellen Fall aber bin ich sogar sehr interessiert, gehört der Conan-Epos für mich doch zu den Werken, die an sich zwar ihre Höhen und Tiefen haben, im Grunde aber unglaubliches Potential hat. Magie, Gewalt und eine gewisse Sexyness zeichnen die Geschichten aus und wie es Brian Wood geschafft hat, diesem Helden neues Leben einzuhauchen, und wie es Cloonan und Harren schafften, es in Szene zu setzen, erfahrt ihr in folgender Review.

Welcher Teil von Conans Geschichte wird hier denn erzählt?

Conan ist noch lange nicht der König, der er mal werden wird, sondern mehr ein Vagabund aus dem hohen, mysteriösen Norden. Er ist ein Barbar, der seine Auseinandersetzungen eher mit dem Schwert, statt dem Wort, klärt und aus den meisten Diskussionen als Sieger hervor geht. Als er eines Tages zu Unrecht eines Mordes bezichtigt wird, kann er sich gerade so auf ein Handelsschiff retten. Er arbeitet tüchtig und freundet sich mit der Crew an, die allerdings in Furcht vor der Königin der schwarzen Küste, die das Piratenschiff “Tigerin” befehligt. und die ganze Region in Angst und Schrecken versetzt. Sie gilt als ebenso schöne, wie auch sadistische Kapitänin und Conan, wie er nun einmal ist, ist sofort fasziniert. Er kann die Crew des Schiffs überzeugen Jagd auf sie zu machen, was natürlich höchst blutig endet. Conan üerlebt und die Königin hat ihren König gefunden.

Die Geschichte ist natürlich auch eine Geschichte der Gewalt, allerdings ist es auch eine Liebesgeschichte über Vertrauen und Verlust. Belit, so der Name der Königin der schwarzen Küste, sieht in Conan keinen weiteren Untergebenen, sondern einen Gleichgestellten an ihrer Seite. Beide verlieben sich innig ineinander, doch Conan fragt sich, ob dies das Leben ist, das er führen möchte.

Zurück in der Stadt, aus der Conan einst flüchtete, setzten sie einen Plan um, der sich in seinem Verlauf als ungeheure Falle entpuppen könnte. Conan zweifelt und denkt über sein Leben nach, muss um eben jenes kämpfen und sich eines erschaffen, dass er leben möchte. Liegt Conans Zukunft auf dem Meer an der Seite seiner Königin? Wird sie ihn verraten oder hält sie ihm die Treue?

Die Geschichte dieses Bandes basiert tatsächlich auch auf einer originalen Kurzgeschichte vom Conan-Schöpfer Ron E. Howard, die Brian Wood allerdings noch erweiterte. Ich kenne das Original nicht, mag aber, wie Wood es am Ende umsetzte.

Ein Conan-Comic verspricht blutig zu werden

Wenn man Enthauptungen und Verstümmelungen erwartet, wird man mit Sicherheit nicht enttäuscht. Vielleicht kann man anbringen, dass es doch etwas übertrieben ist, obeohl es an jeder Stelle Sinn macht und dem Epos zu Gute kommt. Darüber hinaus ist der Band sehr schön gezeichnet und schafft ein sehr komplexes Bild der Welt, die Conan noch gehörig prägen wird. Außerdem bemerkt man sehr stark den Stil Harrens, der unter anderem auch für “Abe Sapiens” und “B.U.A.P.” zeichnete. Das funktioniert allerdings erstaunlich gut, gibt eine gewisse Klarheit und macht beim Betrachten sehr viel Spaß. Menschen sind zwar recht stilisiert, dafür aber äußerst ausdrucksstark und vollendet gezeichnet. Es ist außerdem toll zu sehen, dass mehr Wert auf die Erschaffung von Stimmung durch detailierte Zeichnungen der Umgebung gelegt wurde, als auf das exzessive Abfeiern von Gewaltdarstellungen. Natürlich heisst das aber nicht, dass nicht auch mal auf einer ganzen Seite ein Mensch enthauptet wird und sein Kopf auf den Betrachter zufliegt.

Conan sieht ja gar nicht aus wie Arnie!

Ich glaube immer, dass Conan durch die Darstellung von Arnold Schwarzenegger zwar zur Popikone wurde, der Figur das aber langfristig nicht so richtig gut tat. Wenn man von Conan hört, denkt man an die Filme, die zwar an sich mit zwinkerndem Auge gar nicht so schlecht, aber doch auch ziemlich lachhaft sind. Wenn man sich aber davon lösen kann und eine schöne Fantasygeschichte erwartet, die in einer Welt spielt, die realistisch brutal ist, könnte Conan einer dieser Epen sein, die man vermutlich bisher sträflich vernachlässigt hat.

Fazit: Brian Wood hat es mit seinen Kumpanen geschafft, dieser Serie in einer Form Leben einzuhauchen, wie es sich gehört. Es ist modern, wo es drauf ankommt und Conan ist der ruhige, nachdenkliche Hühne aus dem harten Norden, wie man ihn kennt. Sicherlich mag man sagen, dass es einfach ist, eine Geschichte über einen gewalttätigen Barbaren zu schreiben, dass es aber so gut klappt, wie in dem vorliegen Comic, kann man nur schwer erwarten. So sollte Conan sein und ich hoffe, dass Wood noch viel mehr davon nachliefern wird. Mit “Northlanders” konnte er vermutlich die Erfahrung sammeln, die er hierfür braucht und es bleibt abzuwarten, wie weit die Geschichte von ihm begleitet wird. Von mir aus gern einmal quer durch Hyboria.

Disclaimer: Vielen Dank an Panini für das Rezensionsexemplar