IRONMANSEASONONE_355Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 14.05.2013
Künstler: Howard Chaykin, Gerald Parel
Art: A4 Softcover (enthält komplett “Season One: Iron Man”)
Seiten: 148
Sprache: deutsch
Preis: 16,95 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Bei Iron Man kriegen Kinder feuchte Augen.
Rating: Der Arc Reaktor läuft lediglich auf 69%.

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini, mit Leseprobe bei mycomics.

Spätestens seit dem Kinofilm “Iron Man” wissen wir ja alle, wie Tony Stark zum Helden in der Konservendose wurde, was ihn antreibt, wer er ist und was er tut. Dem geneigten Comicinteressierten aber sei gesagt, dass Geschichten, gerade in diesem Bereich, auch immer wieder und immer wieder anders erzählt werden (können). Wie also diese Origin aussieht, wer der Schurke ist, warum Tony Stark ein armer Tropf ist und dass die Geschichte um ihn viel Potential bietet, könnt ihr in folgender Review nachlesen.

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Worum geht es denn?

Tony Stark muss für eine Produktpräsentation in ein Krisengebiet reisen, das natürlich überfallen wird, woraufhin er entführt und festgehalten wird. Er wurde schwer verletzt, ein Splitter droht in sein Herz einzudringen. Trotzdem soll er Waffen für diese Gruppe bauen, nachdem ein ebenso inhaftierter Wissenschaftler ihm den Magneten ans Herz legte, der ihn vor dem sicheren Tod bewahrt. Soweit, so bekannt. Natürlich auch, dass er sich einen Kampfanzug baut und sich selbst befreit.
Allerdings ist der Führer der Terrorgruppe ein alter Kommilitone, mit dem er auch sehr gut befreundet war, der aber lieber Terrorist wurde, statt reich und erfolgreich. Bei Tonys Flucht verletzt er ihn schwer mit einem Flammenwerfer und kann sich irgendwie in die Zivilisation zurückschlagen.
Seine Kollegen und Verbindungsleute zu SHIELD bei Stark Enterprises verfolgen allerdings ganz eigene Ziele und finden den vermeindlichen Tod Tonys recht praktisch, sind sie doch hauptsächlich daran interessiert von einem riesigen Projekt (dem Helicarrier) genügend Geld für sich abzuzweigen.

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Wir haben also Terroristen und Korruption, aber was ist mit der Liebe?

Natürlich ist auch Pepper Potts dabei, die als einzige loyal zu Tony hält und ihn nicht nur verteidigt, sondern ihm auch bei allem, was er tut, zur Seite steht. Das reicht dann aber auch an Liebe, schließlich gilt es betrügerische Mitarbeiter und Terroristen zu besiegen, was allein dadurch schwierig ist, weil Tony ja ein Alkoholiker ist. Auch das wird hier wunderbar thematisiert, indem er beim Kampf beispielsweise in seinen Helm kotzt oder im Gefangenenlager Alkohol abzweigt. Gegen das Zittern.
Der Schurke selbst ist dabei allerdings ziemlich simpel – er ist einfach ein Terrorist mit supermodernen Prothesen, der die amerikanische Lebensweise verachtet. Interessant, und so auch von mir noch nicht gesehen, ist aber auch der Part mit den verschwörerischen Mitarbeitern, die später ihre Felle davon schwimmen sehen und auch vor Mord nicht zurückschrecken. Storytechnischt hat die Geschichte also auf vielen Ebenen etwas zu bieten, greift dabei aber auch auf altbekanntes zurück, das auch immer noch Spaß bereitet.

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Aber?

Optisch finde ich das schwierig. Es wirkt kunstvoll, ist dabei aber recht anstrengend und ziemlich aufgeregt. Es ist schwer zu deuten, manchmal aber auch echt gut. Das allerdings leider sehr selten und nicht genug. Ich muss da auf die Preview verweisen, die natürlich besser verdeutlicht, was ich meine, als ich es mit Worten könnte. Ich mochte es stellenweise, allerdings nicht durchgängig, weil es eben oft auch prätentiös wirkt, da aber nicht viel hinter ist. Man nennt das wohl Augenwischerei.

Fazit: Auf der Story-Ebene macht das hier wirklich sehr viel Spaß. Der Comic hat tolle Ideen, die er auch gut umsetzt, ohne wirklich markante Entwicklungen zu vergessen. Optisch ist es manchmal schön, aber leider nicht oft genug, um es als wirklich gut bezeichnen zu können. Aber wie immer ist gerade das auch Geschmackssache – da muss jeder für sich selbst entscheiden.

Disclaimer: Vielen Dank an Panini für das Rezensionsexemplar.