Originaltitel: Batman: The Return of Bruce Wayne 1-6
Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 07.06.2011
Künstler: Grant Morrison, Chris Sprouse, Frazer Irving, Yanick Paquette, Georges Jeanty und viele, viele mehr
Art: Sowohl als Hard- als auch Softcover
Seiten: 220
Sprache: deutsch
Preis: 19,95€ (bzw. 30,00€ für HC)
U-Bahnlesetauglichkeit: Batman geht immer.
Rating: Von der Final Crisis in die Lesekriese

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Batman finde ich ja grundsätzlich auch immer ein bisschen schwierig, aber auf eine gewisse Art auch immer interessant. Gerade in letzter Zeit, als sein Zöglich Dick Grayson das Kostüm des Nightwing zur Seite legte, um Bruce Wayne als Batman zu vertreten, weil dieser ja in der Final Crisis von Darkseid getötet wurde, finde ich Batman sehr spannend und unterhaltsam. Gut, was das jetzt über Bruce Wayne als Batman aussagt, dass ich den Helden erst interessant finde, wenn sein eigentlicher Darsteller tot ist, weiß ich auch nicht so genau. Wie ich es aber finde, wenn und wie er zurück ins Leben kommt, könnt ihr in dieser Comicreview nachlesen.

Moment, Bruce Wayne ist tot? Ist das wichtig?

Das ist insofern wichtig zu wissen, als dass es in diesem Band und auch in vielen anderen Serien eigentlich genau darum geht. Nicht zuletzt in der Serie “Batman & Robin”, in der Dick Grayson die Rolle des Batman und Damien (Bruce Waynes Sohn) den Part des Robin übernehmen, und natürlich in “Red Robin”, in der Tim Drake den Tod Batmans nicht so ganz akzeptieren kann und auf die Suche nach Hinweisen geht und tatäschlich auch welche findet. Das ist alles gut zu wissen, für diesen Comic allerdings nicht weiter wichtig. Dafür aber umso mehr für die DC-Kontonuität, da das Ende der Final Crisis darauf hinauslief, dass Batman (jetzt ist wieder Bruce Wayne gemeint) von Darkseids Omega-Strahl getroffen wurde und vermeintlich starb.
Was der Leser zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht wusste ist, dass Darkseid es schaffte Batmans Körper gegen einen Klonkörper auszutauschen, während der echte Batman durch verschiedene Zeitalter reist. Warum das alles wird erst später klar (und auch erst später in dieser Review verraten). Allerdings gibt es in der Wikipedia einen ziemlich ausführlichen Artikel darüber. Natürlich nicht in der deutschen, aber das ist ein ganz anderes Thema.
Jedenfalls ist Bruce Wayne dann jetzt irgendwo in der Zeit verloren gegangen und muss natürlich wieder zurück in die Gegenwart. Sein Gedächtnis hat er dabei natürlich auch einbüßen müssen.

 

 

Von welchen Zeiten sprechen wir hier?

Hier werden natürlich die ganzen Klassiker durchexerziert. Der erste Halt ist die Steinzeit, in der Bruce Wayne von einem Stamm in Empfang genommen wird, die gerade auch Probleme mit einem anderen haben. Mithilfe seiner Ausrüstung kann er natürlich entkommen (auch durch einen ungewollten Sprung in die Zukunft), aber durch seine Taten inspiriert er das freundliche Urmenschenvolk einen Kult um ihn zu erschaffen, der fortan natürlich die Zeiten überstehen wird.

Der nächste halt ist das viktorianische Zeitalter, in dem Bruce Wayne sich als Mordecai eine neue Identität erschuf und dort als Witchhunter mit seinen detektivischen Fähigkeiten Hexenanschuldigungen aufklärt. Allerdings muss er, gerade als er in Gotham ankommt, gegen ein Tentakelmonster kämpfen, um die nette Annie zu retten, die sich später selbst als Hexe zu erkennen gibt. Das ist auch tatsächlich eine der spannensten Geschichten. Die langweiligste aber wird nach dem nächsten Zeitsprung erzählt.

In diesem landet Wayne nämlich im 18. Jahrhundert und wird von einem fiesen Piraten gefangengenommen, der ihn für einen anderen fiesen Piraten hält, der weiß, wo die Miagani, ein fledermäuseanbetender Stamm (wir erinnern uns) ihre Schätze versteckt haben. Bla.

Nach dem nächsten Zeitsprung landet Bruce Wayne im Wilden Westen und trifft zum Beispiel auf Jonah Hex, der ihn jagen soll.

 

 

Der vorletzte Sprung führt Bruce ins Gotham der 30er Jahre, in die Zeit kurz nachdem er zur Waise wurde. Eine Freundin der Waynes, Marsha, glaubt, Thomas Wayne habe seine Frau umbringen lassen und sei daraufhin untergetaucht. Sie braucht jetzt einen Dummen (Wayne hat sein Gedächtnis immernoch nicht wiedererlangt) das alles mal aufzuklären. Aber nichts ist so, wie es scheint, in Gotham Noir. Tatsächlich ist das auch eine ziemlich gute Geschichte mit einer cleveren Wendung, wie ich sie nach den anderen Teilen schon fast nicht mehr erwartet hätte.

Jedenfalls kann sich Bruce Wayne nach einem satanischen Ritual (ja, wirklich) in die Zukunft retten. Sogar soweit in die Zukunft, dass nach dieser Zukunft nicht mehr viel Zukunft kommt – ans Ende der Zeit.

Angekommen am Vanishing Point,einem Restaurant einer Raumstation am Ende des Universums, in der alles Wissen eben jenes gespeichert wird, erlangt Bruce sein Gedächtnis zurück und erkennt Dakrseids Plan. Nämlich, dass dieser Batman durch die Zeit reisen liess, dass er sich stetig mit Omega-Energie auflädt, um in seiner Zeit dann später (bzw. in dem Fall jetzt früher) alles und jeden zu zerstören. Bruce wusste das allerdings schon früher, da er sich durch die Zeit hinweg Hinweise hinterliess, weswegen er den Plan mit der Amnesie schmiedete.

Am Ende wird aber irgendwie alles gut. Zumindest behaupte ich das mal, weil ich euch nicht noch das Ende verraten möchte.

 

 

Ich bin verwirrt und habe auch nicht alles gelesen. War das jetzt gut?

Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Auf der einen Seite haben wir hier Grant Morrison, der eigentlich für seine großartigen Geschichten bekannt ist, auf der anderen Seite ist die Vorarbeit hierbei so gewaltig, dass man sich nicht einfach so auf die Geschichte einlassen kann. Und nichtmal nur die Vorarbeit, auch die Nachbereitung, weil die Geschichte an sich zwar abgeschlossen ist, aber später in “Batman & Robin” weiterverfolgt wird. Das steht aber auch im Vorwort der Geschichte. Wenn ihr allerdings nur ein kleines bisschen so tickt, wie ich, dann lest ihr Vorworte grundsätzlich auch immer erst zum Schluss.
Ich muss hier wohl einfach zugeben, dass das wirklich nicht zu Morrisons Glanzlichtern zählt, wobei ich das wahrscheinlich aber auch anders sehen würde, hätte ich die “Final Crisis” durchgezogen. Tatsächlich muss ich aber auch sagen, dass hier viel verschenkt wurde, weil viele der Teile irgendwie lieblos durchmarschiert werden und hier irgendwie nicht so richtig viel Wert auf die Entwicklung einer Geschichte gelegt wurde, die locker das Zeug zu einem Epos gehabt hätte. So ist das leider alles nur verwirrend. Und außerdem muss man dazu noch einen Band namens “Times Masters: Auf der Suche nach Batman lesen”, welcher die Geschichte aus der Sicht von Rip Hunter, Hal Jordan, Superman und Booster Gold erzählt, die ebenfalls durch die Zeit reisen, um ihren Freund zu finden.

Nochmal kurz bitte

Ich persönich hatte mir davon ein bisschen mehr erwartet, glaube aber, dass Leute, welche die “Final Crisis” gelesen haben, ziemlichen Spaß daran haben könnten. Alle anderen müssten wohl noch eine Extraschicht in der Wikipedia einlegen. Also in der guten.

Disclaimer: Dank an Panini für den Band.