CABLE26XFORCE1_SC_170[1]Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 20.08.2013
Künstler: Dennis Hopeless, Salvador Larocca
Art: Softcover (enthält “Marvel Now! Point One” #1, “Cable and X-Force” #1-5)
Seiten: 124
Sprache: deutsch
Preis: 14,99 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Leider ist eine U-Bahnfahrt selten lang genug, um dne Comic direkt zwei mal hintereinander lesen zu können.
Rating: Cables zuckender, verkümmerter Arm zeigt 5 von 5 Fingern.

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini, mit Leseprobe bei mycomics.

Cable erlebt gerade ein kleines Comeback. Nicht nur in der deutschen Erstveröffentlichung des kleinen Stelldicheins mit Deadpool, sondern auch in neuen Geschichten findet der mächtige Mutant aus der Zukunft ein Zuhause. Aber kommt er auch in einem Team zurecht? Und kommt er vor allem in einem Team zurecht, in dem seine Tochter eine wichtige Position einnimmt und das auch hauptsächlich in den Schatten agiert? Diese und einige andere Fragen werden in folgender Review geklärt werden.

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Wer sind eigentlich Cable und die X-Force?

Wenn ihr immer alle Comics lest, die ich euch so empfehle, seid ihr auf jeden Fall auch schon mal auf Cable und vielleicht sogar mal auf die X-Force gestoßen. Cable auf der einen Seite ist ein Mutant mit einigen ganz besonderen Fähigkeiten. Bisher war es so, dass er unter dem Befall eines Techno-Virus’ litt, dass er nur mit seiner Telekinese in Schach halten konnte. Es befiel seinen Arm und sein Auge, allerdings konnte er sich dessen erwehren, verlor dabei aber eben jenes Auge und zurück blieb ein Arm, mit dem sein Körper nicht viel anfangen kann, ist er doch ziemlich verkümmert und kann nur mit seiner Telekinse bewegt werden. Wenn nicht, zappelt er einfach wirr herum. Darüber hinaus ist der der Sohn von Scott Summers (Cyclops) aus der Zukunft, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Gegenwart zu retten, damit seine zukunft nicht wahr wird. Und er hat Visionen. Woher die kommen, weiß ich aber auch nicht.
Die X-Force hingegen ist eine Gruppe von Mutanten, die zu eher unkonventionellen Mitteln greift, um ihresgleichen zu schützen. Sei es, um einen Krieg gegen die Menschen zu verhindern oder Ausfälle von Mutanten zu verschleiern. Bisher waren schon einige bekannte Leute Mitglied des Teams, das sich hauptsächlich in schwarz und weiß kleidet, aktuell und in dieser Ausgabe besteht es aber aus Domino (entstanden durch das Waffe-X-Projekt, wie auch Deadpool und Wolverine – sie kann Wahrscheinlichkeiten beeinflussen – mega cool), Dr. Nemesis (ein besonders begabter Arzt, was offenbar auch auf einer Mutation beruht, und ein bisschen verrückt), Forge (er kann ALLES reparieren und basteln) und Colossus (Der Mann aus Stahl… also bei Marvel). Außerdem dabei ist noch Cables Tochter Hope, die offenbar den Phoenix-Konflikt beendete und auch eine Weile in der Zukunft lebte. Aber da kenne ich mich nicht aus. Dankenswerter Weise ist das aber für diesen Comic gar nicht wichtig. Wichtiger ist nämlich nur, dass er mega gut ist.

Was? Warum?

Zu allererst sind das natürlich überaus interessante Charaktere, wovon einige doch eher Einzelgänger sind, andere eher gute Typen, deren Weltbild recht simpel ist (Colossus) und auch jene dabei sind, denen man nicht unbedingt sein Haustier zur Pflege überlassen würde. Es fühlt sich ein bisschen so wie eine Zusammenstellung der richtigen Leute für einen bestimmten Job an, quasi wie bei “Oceans 11”, nur eben in cool und wesentlich düsterer und glücklicherweise ohne Julia Roberts.
Besonders toll und an dieser Stelle auch besonders passend finde ich da die Art, wie sich die Geschichte entwickelt – nämlich nicht linear. Es gibt Zeitsprünge und als Leser erfährt man öfter mal erst die Konsequenz von einem Handlungsstrang, der uns noch gar nicht gezeigt wurde. Das ist total clever gelöst, weil so oftmals das actionreiche Ende vor dem langsamen und gewissenhaften Aufbau einer Geschcihte steht. Und die Geschichte, Freunde, die hat es wirklich in sich.

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Ja genau, worum geht es denn überhaupt?

Wie gesagt spielen die Ereignisse alle nach dieser Phoenix-Geschichte, die bei Marvel wohl ein riesiges Ding war. Es ist aber nicht schlimm, wenn man das, wie ich, überhaupt nicht verfolgte. Man muss halt nur wissen, dass Hope Summer, Cables Tochter, das irgendwie beendete und eine berühmte Mutantin ist. Cable hingegen ist immer noch so einer, der Visionen von furchtbaren Zukunften hat und sie versucht zu verhindert. Dazu sammelt er sich ein Team, denn offenbar werden in einer Fastfood-Kette Giftstoffe freigesetzt, die nur Menschen töten, was zu einem Krieg zwischen Mutanten und Menschen führen wird. Cable und sein Team wollen das nun verhindern, allerdings geht alles ein bisschen schief und sie kommen 20 Minuten zu spät zu der Fabrik, wo das ganze ihren Anfang nimmt, nahm und nehmen sollte. Nun müssen sie gegen riesige Fleischmassenwesen antreten, die irgendwann mal Menschen waren. Klar, dass das zu einem gar herrlichen Schalchtfest wird.
Zu einem Großteil wird der Comic aber auch von den Charakteren und ihren Beziehungen untereinander getragen. Cable hat väterliche Probleme mit seiner Tochter und ein bisschen liegt auch in der Luft, dass er mal eine Affäre mit Domino hatte, Dr. Nemesis und Forge werden dicke Kumpels und tragen sogar, einfach zum Spaß, am Ende riesige Roboter gegeneinander antreten, während es zwischen Domino und Colossus auch nochmal interessant wird.

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Fazit: Dies hier ist einer dieser Comics, die einfach auf ganzer Linie großartig sind. Die Zeichnungen sind super cool, angenehm düster, detailliert, nie kitschig und immer toll. Die Geschichte hat viele Wendepunkte und bleibt sogar in ruhigen Momenten immer spannend, zumal die Protagonisten in ihrem Handeln eben auch moralisch ein bisschen fragwürdig sind. Sie bewegen sich eben in den Schatten der Gesellschaft und werden selbst von den Avengers oder anderen X-Men gemieden, da diese ihre Taten nicht unbedingt gutheißen. Ich sage es echt selten, aber ich spreche diesem Comic meine unbedingte Empfehlung aus. Dies ist wohl eine der wenigen Gelegenheiten, einen nahezu perfekten Superheldencomic zu lesen.

Disclaimer: Vielen Dank an Panini für das Rezensionsexemplar