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Hiermit geht eine großartige Serie zu Ende und wir müssen das leider mit einem lachenden und einem weinenden Auge akzeptieren, weil die Serie eben wirklich total schöne Momente hatte, sie dafür aber auch in anderer Form weitergehen wird. Dazu natürlich später mehr. Ob das Finale aber nochmal hält, was die Serie versprochen hat, und ob wir nicht vielleicht doch ein bisschen glücklich sein sollten, dass es endet, erfahrt ihr natürlich in folgender Review.

Wo waren wir nochmal stehen geblieben?

In der letzten Ausgabe der Serie traf unsere X-Force auf die Uncanny X-Force, die von Storm angeführt wird, mit der sie gegen die Revenants, ein bösartiges Volk aus einer anderen Dimension, die prinzipiell Gegenstücke von Wesen unserer Dimension und total neidisch auf uns sind, an. Angeführt wurden sie von Cassandra Nova, dem Revenant von Professor X, aber alles wurde irgendwie gut, auch wenn Cable seine Telefähigkeiten (-kinse und -pathie) einbüssen musste. Jetzt wird es nochmal eine Ecke komplizierter, weil Bishop wieder da ist, der mal irgendwann irre war und Hope, die Tochter von Cable, jagte und Teil der Uncanny X-Force ist. Klar, dass es problematisch wird, wenn Bishop und Hope aufeinander treffen und dann auch noch der Klon von Cable auftaucht.

Warum sind die X-Men eigentlich immer so kompliziert?

Irgendwie ist das alles eine riesige Soap. Jeder hasst jeden, die meisten hatten mal etwas miteinander, alles ist so irre verwoben und sowieso steigt man da nur noch partiell durch und hat nur kleinere Einblicke in das große Ganze. Aber irgendwie funktioniert es und macht immer wieder Spaß.
Eines nachts erkennt Hope nämlich in Cables Visionen vom Ende der Welt Bishop, der sie einst als Kind durch den Zeitstrom jagte und ihretwegen Milliarden von Wesen umbrachte, um ein anderes Ende der Welt zu verhindern (Verrückte sind verrückt). Nun, da sie endlich erwachsen und viel stärker ist, will sie sich ihm stellen, jedoch ist er ja Mitglied eines Teams, was das nicht so cool fände. Nun treffen also beide Gruppen aufeinander, während Stryfe die beiden mitsamt Cable verschleppt, die beiden einsperrt und Cable dabei zu schauen lässt, wie sich die Sache zwischen Hope und Bishop entwickelt. Und dabei wollten wir doch eigentlich nur die Romanze zwischen Colossus und Domino aufblühen sehen.
Die beiden sitzen also in einer Zelle und Stryfe deichselt die Dinge so, dass Hope endlich ihren Peiniger umbringen soll, wodurch er Cable beweisen will, dass er die bessere Version ist (Verrückte sind verrückt). Allerdings sieht Bishop seine Schuld ein, weiß, dass er ein bisschen überreagiert hat und würde sein Schicksal akzeptieren, aber nicht, dass Hope dadurch quasi verdorben würde… während Cable in seiner Zelle sitzt und alles mitansehen muss.

Weil Teamarbeit aber immer besser funktionierte arbeiten nun beide Gruppierungen zusammen, um Cable und Hope zu finden, was natürlich zu einem schönen Endkampf führt. Alles, wie man es erwartet, dabei aber trotzdem sehr unterhaltsam und eben auch mit der Antwort auf die Frage, ob sich Rache eigentlich lohnt.

Und lohnt sich das?

Rache lohnt sich nie, das haben wir ja mittlerweile verstanden. Allerdings ist es ein bisschen schade, dass das Finale dieser Serie, die mitunter einfach nur großartigst war, mit einer anderen Serie ausgetragen wird, zu der Leser, die nur jene lasen, eigentlich keinen Bezug haben. Sicherlich sind hier auch einige namhafte X-Men dabei (Psylocke, Storm, Puck, Bishop und, um die Aufzählung komplett zu machen, eine sechsarmige Teleporterin namens Spiral), allerdings fehlt mir ein bisschen die Motivation des Teams und die Begründung, warum die jetzt auch X-Force sind und warum sie vorher noch nie aufeinander getroffen sind. Das fühlt sich an der Stelle ein bisschen dünn an irgendwie. Und Stryfe, von dem hatte ich tatsächlich vorher noch gar nichts gehört und ich hätte mir gerade in dieser Serie zumindest schon mal eine Erwähnung gewünscht, damit mir das alles nicht total fremd vorkommt. Weil er auch ein Omega-Mutant ist, ist das alles schon sehr spaßig und wenn man den Klon-Fakt einfach akzeptiert, geht das schon in Ordnung, aber es ist doch eher ein bisschen so, als hätte man in der Klamottenkiste nach Möglichkeiten für ein Finale gesucht und einfach irgendwas herausgezogen. Die ganze Story um Hope und Bishop ist da aber tatsächlich das spannendste und wird sehr gut aufgelöst und die Zwischenmutantlichkeiten der ganzen Personen waren immer sehr unterhaltsam, aber es bleibt der fade Beigeschmack schlechten Storytellings, das als Epos kaschiert wurde.

Fazit: Aber wir müssen uns nicht grämen, denn das war nicht das letztem was wir von der X-Force hörten. Irgendwann bald wird das alles nämlich mit Cable, Psylocke, Fantomex und Morrow fortgesetzt werden. Das ist schön, weil Marrow und Cable viel Spaß machen, das ist aber auch schade, weil Colossus, Domino und Forge fehlen, zumal gerade letzterer mit Morrow ein sehr schönes Gespann ergab. Wie zwei Seiten einer Medaille, bei der die eine an Maschinen herumdoktert und die andere an Menschen herumschraubt (für den Satz möchte ich bitte Lob).

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bestellbar bei Panini, leider ohne Leseprobe.

Erscheint am: 21.10.2014
Seiten: 100
Format: Softcover
Original-Storys: “Cable & X-Force” #18-19, “Uncanny X-Force” #16-17
Autor: Dennis Hopeless, Sam Humphries
Zeichner: Angel Unzueta, Harvey Tolibao, Dexter Soy
Preis: 12,99 €
U-Bahn-Lesetauglichkeit: Hier sterben zu wenig Leute, um das irgendwie riskant zu machen.
Rating: In 2 von 5 Zukünften wäre das vielleicht gut gewesen.

Disclaimer: Vielen Dank an Panini für das Rezensionsexemplar