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Während der erste Teil noch “Nancy in Hell” hieß und lediglich in der Hölle spielte, heißt der zweite eben nun “Nacy in Hell on Earth” und spielt, ihr könnt es erraten, auf der Erde. Das liegt vor allem daran, dass Nancy und Luzifer, im ersten Band zwar aus der Hölle flohen, aber vergaßen das Tor hinter sich zu schließen, weswegen auch der ganze Rest der Höllenbrut folgen konnte. Dass das nicht sonderlich gut für die Menschen auf der Erde ausgehen könnte, ist ziemlich offensichtlich. Wie schlimm es aber wirklich kommen kann erfahrt ihr in folgender Review.

Wenn die Hölle über die Erde hereinbricht, ist das natürlich nicht die sprichwörtliche Hölle auf Erden, sondern die tatsächliche. Glücklicherweise gibt es aber Luzifer, den gefallenen Engel, der gemeinhin als der Teufel gilt, und eben unsere Nancy, die sich bereits einige Jahrzehnte mit ihrer treuen Kettensäge durch die Hölle schnetzelte.
Nun sind beide zurück auf der Erde und Mr. Macarbe, der das ganze irgendwie einfädelte und deswegen sogar Nancy einst tötete, freut sich ziemlich über sein Werk, hat an der Stelle aber auch nicht mit den Engeln gerechnet, die die Gelegenheit nutzen und auch noch auf dieser Party mitmischen. Ihr Ziel ist es allerdings mit den Dämonen auch gleich noch die Erde zu vernichten, sind sie doch mittlerweile so eifersüchtig auf uns haarlose Affen, wie es Luzifer einst unterstellt wurde. Und während dieser eine Schar von Todeszelleninsassen (die mitunter aussehen wie Danny Trejo, Michael Clarke Duncan, Tom Savini, Quentin Tarantino, Sloth von den Goonies und der eine Typ aus “Duck Dynasty”) als seine Jünger um sich scharrt, erkennt Nancy, dass die Zeit in der Hölle anders tickt, als in unserer Welt. Statt nämlich in die 80er zurückzukehren, wo sie einst getötet wurde, steck sie nun mitten in der Gegenwart.

Die Engel jedenfalls sind genau solche Säcke, wie die Dämonen. Während diese allerdings akzeptieren, dass es noch andere gibt, und lediglich ihren Einflussbereich vergrößern wollen, möchten die Engel natürlich alles vernichten, was kein Engel ist, weil sie annehmen, dass Gott nur sie lieben sollte. Allerdings ist der auch schon lange verschwunden und sagt gar nichts dazu. Was folgt ist dann noch eine alte, bekannte Geschichte mit Luzifer in der Rolle des Jesus und einem Satanisten in der Rolle des Judas. Und eine Atombombe spielt auch noch mit. Das ist in der Version dann neu.

Hab ich euch eigentlich erzählt, dass die Engel die ganze Zeit nackt sind? Offenbar machen das Engel so und während die Dämonen möglichst widerwärtig aussehen, voller Blut und Splatter, sind die Engel grazile Wesen voller Zorn, was in einer Orgie von Blood & Boobs endet – und mittendrin unsere Nancy mit ihrer Kettensäge. Das Ende ist da vermutlich wenig überraschend: Natürlich können die Heerscharen der Hölle zurückgeschlagen werden, allerdings ist der Preis ein recht hoher. Luzifer landet wieder in der Hölle, hat aber neue Motivation alles irgendwie zu einem guten Ende zu führen, während Nancy im Himmel landet und von den Lanzen der Engel begrüßt wird.

Fazit: Es ist genau das, was man erwartet. Es ist sexy und blutig und aufregend und scheinbar gibt es hier einfach keine Regeln. Anders würde man das vermutlich auch alles gar nicht wollen, obwohl man schon manchmal das Gefühl hat, dass die Künstler sich oftmals fragten, wie sie die Sache noch eine Ecke krasser machen können. Tatsächlich gelingt ihnen das auch ständig, aber man hat nie das Gefühl, dass hier die Prämisse des Comics vergessen wird – es soll einfach moderner und hochwertiger Pulp sein, mit netten Mädels, viel Gewalt und lustigem Unsinn. Und das funktioniert einfach ganz wunderbar.

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini, leider ohne Leseprobe.

Erscheint am: 16.09.2014
Seiten: 120
Format: Softcover
Original-Storys: “Nancy in Hell Vol. 2: Hell on Earth”
Autor: El Torres
Zeichner: Juan José Ryp
Preis: 14,99 €
U-Bahn-Lesetauglichkeit: Alter Falter, bei so vielen Verstümmelungen und nackte Körper, wie man hier sieht, sollte man sich lieber nicht über die Schulter blicken lassen.
Rating: 4 von 5 singenden Engeln, die mit einer Kettensäge zerteilt werden

Disclaimer: Mit einem blutigen Dankeschön an Panini für das Rezensionsexemplar