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Was ein gutes Superheldenteam sein will, braucht natürlich auch ein Extrateam für den Nachwuchs. Da ist es natürlich keine Überraschung, dass es die Young Avengers überhaupt gibt, aber mit was für Problemen können sich Kinder schon herumschlagen, was die Erwachsenen nicht können? Na beispielsweise mit ihren Hormonen, dem Ding mit der Liebe und mit einem interdimensionalen Parasiten, der das Multiversum erobern und unsere Erde vernichten will. Und dann ist da ja auch noch Loki.

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Wer sind eigentlich die Young Avengers?

Die Young Avengers sind mehr ein Team, die sich durch diverse Umstände verbünden müssen. Eigentlich dreht sich die Geschichte hauptsächlich um Wiccan, den Sohn der Scarlet Witch, der aber mit seinem Boyfriend Hulking (ein Skrullhybride, der seine Form verändern kann) bei seinen Pflegeeltern lebt. Er ist nämlich ein Realitätsmagier, was heißt, dass er eben die Realität verändern kann, wenn er nur daran denkt. Glücklicherweise sind seine Kräfte noch nicht voll ausgebildet, sodass ein schlechter Albtraum noch nicht das Ende der Welt heraufbeschwört, aber er hat Potential, was auch Loki erkennt. Dieser starb offenbar und wurde in einen neuen Körper geboren, den eines Kindes, der Wiccans Macht gerne für sich hätte und ein riesiges Komplott schnürt, um an sie zu gelangen.
Mit dabei ist auch Miss America, eine zwischen den Dimensionen reisende Kodderschnauze eines Mädchens mit mittelamerikanischem Flair, Kate Bishop, die man auch Hawkeye nennt (wir haben sie ja bereits lieben gelernt), und ihr Alien-Tête-à-Tête Noh-Varr, der nicht so gerne T-Shirts trägt, einer Alienrasse abstammt, die eigentlich die Erde erobern sollte, aber ausgestorben scheint, und total auf die Musik der 80er abfährt.

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Weil Wiccan seinen Hulking nämlich so liebt, wollte er ihm eine Freude tun und ihm seine verstorbene Mutter zurückbringen. Dazu suchte er in fremden Dimensionen nach einem adäquaten Ersatz. Das Problem ist nur, dass er genauer hätte schauen sollen, weil das Wesen, das alle fortan nur Mutter nennen, ein Parasit ist, der Eltern manipulieren kann – egal ob verstorben oder noch lebend. Und für Kinder mit Superheldeneltern kann das äußerst gefährlich sein. Nun muss das Team, deren Mitglieder alle unter dem Einfluss von Mutter stehen flüchten, weil sie einfach nicht mächtig genug sind, um gegen sie anzutreten, da Wiccan seine Macht noch nicht ganz erkundet hat und Loki ihm eben auch einige Steine in den Weg legt. zwischen durch wächst da Team auch um ein weiteres Mitglied namens Prodigy, der mal Mutant war und eine ziemlich abgefahrene Fähigkeit hatte: Er wusste alles (wirklich ALLES) von Leuten, mit denen er in einem Raum war, weswegen er ein wandelndes Lexikon ist und jetzt in einem Hotline-Support für Superhelden arbeitet. Er hat zwar seine Fähigkeit nicht mehr, aber noch das wissen. Und wenn man alles, wirklich alles, von Personen weiß, kann man entweder durchdrehen oder… bi werden. Ihr seht das Konfliktpotential zwischen Hulkling, Wiccan und Prodigy?

Jedenfalls nutzen sie Miss Americas Fähigkeit durch das Multiversum zu reisen, bis eben Prodigy zur Hilfe ruft, weil sein Freund verschwunden ist. Natürlich hat da Mutter ihre Finger im Spiel und das ganze wird nochmal richtig kompliziert, als eine alte Bekannte von Loki auftaucht und noch mehr Öl ins Feuer gießt.

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Es ist halt auch ein sehr dickes Buch

Und es passiert so viel, weil die Helden nicht nur die unterschiedlichsten Universen besuchen, sondern auch in kleinen Taschendimensionen landen, die nicht viel mehr als eine Idee ausmachen. Und weil die Story schon so verworren ist, hat man auch ein bisschen mit dem Layout herumgespielt, weswegen Panelgrenzen hier mitunter keine besonders große Rolle spielen. Optisch ist das ansonsten total auf der Höhe der Zeit. Die Zeichnungen sind super, die Figuren ausdrucksstark und es hat eine Komplexität, wie man es von einer auf 15 Ausgaben limitierten Serie erwarten kann.
Ansonsten ist es mitunter vielleicht ein bisschen schwierig, weil man nicht sofort weiß, wer diese ganzen Figuren sind, von denen man vorher mitunter nicht viel gehört haben muss. Wenn man sich aber darauf einlässt und ganz frisch und unbedarft zu diesem Band greift, kann man schon irre viel Spaß haben, eben weil es sich scheinbar nicht an viele Grenzen hält. Und hey, Homosexuelle Helden sind gerade im Mainstream-Bereich immer noch eine Seltenheit, auf die man mal einen Blick werfen sollte. Dabei wird hier vor allem nicht so getan, als sei es ein Kuriosum, über das sich die Figuren definieren, sondern nur eine Form von Liebe, die es wert ist gerettet zu werden. Der Aspekt, dass einer der beiden ein Realitätsmagier ist und der andere von einem anderen angegraben wird, wiegt da viel schwerer. Außerdem ist Kate Bishop eine unglaublich coole Figur. Und Miss America sowieso, mit der ich mich vermutlich mal näher beschäftigen muss, weil ich von der vorher noch gar nichts hörte.

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Erscheinungsdatum: 16.12.2014
Seiten: 324
Format: Softcover
Original-Storys: Young Avengers 1-15
Autor: Kieron Gillen
Zeichner: Jamie McKelvie, Mike Norton
Preis: 28,00 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Wenn man jeden Tag nur kurze Strecken fährt, könnte es zielich lange dauern, wenn man ausschließlich da liest.
Rating: In 5 von 5 Dimensionen ist das Pflichtlektüre in der Schule.

Disclaimer: Vielen Dank an Panini für das Rezensionsexemplar