Comicreview: Jennifer Blood Bd. 1

Published by Marco on

Originaltitel: Jennifer Blood
Herausgeber: Panini
Veröffentlicht: 10.04.2012
Künstler: Garth Ennis, Adriano Batista, M. Marz, K. Baal
Art: Softcover (enthält Jennifer Blood 1-6)
Seiten: 148
Sprache: deutsch
Preis: 16,95 €
U-Bahnlesetauglichkeit: Tut euch das nicht an. Es sind weniger Gedärme und Blut, die etwas unangenehm sein könnten, als viel zu viele Penisse.
Rating: Der Punisher liest es heimlich auf dem Klo.

Kaufbar bei Amazon (Partnerlink) oder direkt bei Panini , mit Onlineleseprobe bei mycomics.

Von uns führen doch sicher viele eine Art Doppelleben. Jetzt nicht unbedingt im großen Stil, aber jeder hat bestimmt Aspekte in seinem Leben, die nichts voneinander wissen sollen. Das ist völlig normal und aus psychologischen Gründen sicher auch sehr wichtig und wenn wir mal ehrlich sind, ist das ja auch alles nicht so richtig wild. Wenn allerdings dein eines Leben aus dem Haushalt, deinem Ehemann und der Kindererziehung besteht und du in deinem anderen eine kaltblütige Killerin mit Hang zur Gewaltorgien bist, dann hast du entweder ein Problem oder bist die Hauptprotagonistin in einem echt coolen Comic. Ob das alles zusammen funktioniert, wen sie alles umbringt (und warum) und ob sich daraus wirklich ein so cooler Comic ergibt, erfahrt ihr in folgender Comicreview.

Das bisschen Haushalt ist doch kein Problem

Jennifer Fellows wohnt in einer beschaulichen Vorstadtsiedlung, hat zwei nette Kinder und einen fürsorglichen Ehemann, der sich mehr für die Vogelkunde, als für Sport interessiert, den ganzen Tag arbeitet und früh schlafen geht. Das liegt aber auch nur daran, dass Jennifer ihm und den Kindern abends gern Valium verabreicht, um sie früh ins Bett zu schicken, damit sie sich ihre schwarze Perrücke aufsetzen kann, um einer Mafiafamilie den Garaus zu machen. Sie wird zu Jennifer Blood und merzt systematisch auf äußerst brutale Weise die Oberhäupter der Blute-Familie aus. Dafür gab sie sich eine Woche und natürlich darf ja auch der Haushalt nicht liegen bleiben, denn die Familie darf davon nichts erfahren.

Spoilery Spoiler ahead

Jennifer war nämlich selbst Teil dieser Familie, denn ihr Vater war einst auch ein Oberhaupt dieser. Seine Brüder allerdings wollten die Macht nicht teilen, fühlten sich von ihm unterdrückt, und brachten ihn kurzerhand um. Sie konnte flüchten und wand einiges an Geld auf, um sich von Meistern ihres Fachs trainieren zu lassen. Heute ist sie wohl eine der am besten ausgebildeten Killer, die frei herum laufen, und ihr einziges Ziel ist es Rache zu nehmen. Trotzdem möchte sie auch ein normales Leben führen, im Kreise ihrer Familie, wobei das eigentlich alles für sie auch nur eine Fassade ist, da sie sich angestrengt normal gibt, trotzdem aber lieber die neusten Waffenmagazine liest und zu aufdringliche Verehrer am liebsten Köpfen würde.

Und funktioniert das alles?

Natürlich gerät Jennifer in so manche brenzlige Situation, nicht nur in der Rolle der Killerin, sondern auch in der der normalen Vorstadthausfrau. Seien es die Momente, in denen sie sich vor ihren Kindern verplappert oder ein Auftragskillerteam (die Ninjettes!), das nur darauf wartet sie zu töten. Trotzdem meistert sie das alles äußerst geschickt und schafft es, innerhalb von fünf Nächten ihre ganze ehemalige Familie kalt zu stellen.
Dabei ist das ganze auch angenehm rasant erzählt und spannend in Szene gesetzt und man merkt wieder einmal, wieviel Spaß Garth Ennis nicht nur an Gewalt, sondern auch an witzigen Charakteren hat.  Jennifer Blood ist flapsig, fühlt sich überlegen und gut ausgebildet und kennt sich mit Kalibergrößen besser aus, als mit Techniken, wie man sich richtig die Nägel feilt. Sie ist stark und sexy, um keinen Spruch verlegen und steht drauf, ihre Peiniger leiden zu lassen. Und das macht Spaß.

Schöne Stelle: Ich sah noch nie gezeichnet, wie jemand ein Beil ins Gesicht bekam und wie es danach aussieht. Abartig.

Fazit: Was man hier vor sich hat, ist wieder ein typischer Ennis in altbekannter Manier. Gewalt wird hier nicht nur nicht gescheut, sondern fast zelebriert und sehr anschaulich in Szene gesetzt. Der Unterhaltungsfaktor ist hier also ziemlich hoch, allerdings sollte man echt keine Moral erwarten, die einem erklärt, dass das alles eigentlich doch nicht so okay ist, was Jennifer Blood hier veranstaltet. Aber wisst ihr was? Das ist gar nicht schlimm.

Disclaimer: Vielen Dank an Panini für das Rezensionsexemplar!

5 Comments

Thompsen · 30. Mai 2012 at 14:28

Ich habe von der Reihe noch nie was gehört, aber es scheint voll mein Ding zu sein. Gleich mal bestellt. Langsam werden mir deine Comic-Vorstellungen zu teuer 😀

Marco · 30. Mai 2012 at 16:55

@Thompsen: Es tut mir Leid, aber es gibt einfach zu viel gutes Zeug 😀

Thompsen · 31. Mai 2012 at 11:03

Ja, das ist echt schlimm!

Da Na · 31. Mai 2012 at 20:56

Die Grafik & Garth Ennis sind toll, aber die Story is mir nix. Ich bleib beim Punisher. Danke für die Rezension.

Marco · 4. Juni 2012 at 22:07

@Thompsen: Jetzt versetz dich mal in meine Lage… ich muss ja auch schon immer vorsortieren *gg*

@Da Na: Immer gern. Vielleicht borge ich es dir mal, wenn deine Comiclesehandschuhe meine Begutachtung bestehen. 😀

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